Gröhe verwies nachdrücklich darauf, dass die rot-grüne Minderheitsregierung "mit einem Wortbruch beginne". Vor der Wahl habe die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft eine Tolerierung durch die Linkspartei ausgeschlossen - heute brauche sie aber die Zusammenarbeit mit ihr. Aufgabe der CDU werde es nun sein, der Bevölkerung klar zu machen, "was dieses Bündnis für Nordrhein-Westfalen bedeutet". Gröhe warnte zugleich vor einem ähnlichen Modell für den Bund und verwies auf eine entsprechende Äußerung des SPD-Parteichefs Gabriel.
FDP-Generalsekretär Christian Lindner schloss sich dieser Gesamtbewertung an. Während die SPD vor der Wahl noch verkündet hatte, die Linkspartei habe den "Demokratie-TÜV" nicht bestanden, bilde sie jetzt mit genau dieser Partei eine "rot-grün-rote Als-Ob-Koalition". Anhand dreier Einzelthemen machte Lindner exemplarisch deutlich, dass die angestrebte Politik schädliche Auswirkungen haben werde. Mit Blick auf die teuren Einzelmaßnahmen prangerte Lindner die dahinter stehende, taktisch geprägte Klientelpolitik an: "Das ist eine Politik für diejenigen, die sich etwas vom Staat erhoffen."
Angesichts der Äußerungen der SPD-Landeschefin vor der Wahl erklärte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, Frau Kraft sei "durch ihren eigenen Demokratietest durchgefallen" und "müsste schamrot werden." Auch Dobrindt verwies auf die unsoliden rot-grünen Haushaltspläne. Diese seien ein "Entfernen mit Anlauf von der Schuldenbremse", die ja gerade eine stärkere Disziplin in den Haushalten einfordere. "Nordrhein-Westfalen", so Dobrindt, "wird das deutsche Griechenland werden." Dies sei insbesondere zu einer Zeit, in der auf allen staatlichen Ebenen verantwortungsvolles Haushalten und Sparen gefordert sei, nicht akzeptabel.


